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A Gay American - Die Geschichte des Jim McGreevey

"Ich wollte die Welt verbessern - und bewundert werden", erklärt der heute 56-jährige Ex-Politiker Jim McGreevey nachdenklich. Der einstige US-Gouverneur und Vater zweier Kinder verursachte 2004 einen Skandal, indem er sich als schwul outete. Seine Welt zerbrach damals und doch fand er so den Weg zu sich selbst. Alexandra Pelosis Porträt zeigt einen selbstkritischen Mann, der erst durch sein Outing zu seiner wahren Berufung fand. 

Jim McGreevey wurde 1957 als Sohn irisch-katholischer Eltern in den USA geboren. Obwohl ihm schon als Kind bewusst wurde, dass er homosexuell ist, verleugnete er jahrzehntelang seine sexuelle Neigung. "Ich suchte stattdessen nach Aufmerksamkeit, wie man sie entweder im Glauben findet, in Hollywood oder in der Politik", erklärt er. Jim wählte die Politik, machte Karriere, wurde Bürgermeister, gehörte zeitweise dem Staatssenat an und wurde 2002 als Gouverneur von New Jersey vereidigt. Privat und beruflich schien alles im Lot. 2004 dann der große Knall: Der Gouverneur beging einen Seitensprung - mit einem Mann. Und zog die Konsequenzen: Er erklärte vor laufender Kamera seinen Rücktritt. Den Amerikanern brannte sich sein Satz "I am a gay American" - "Ich bin ein schwuler Amerikaner" - ein. Danach "totale Stille", erinnert sich der Ex-Politiker: "Zwei Wochen nach meinem Rückzug erhielt ich kaum noch Anrufe."

Jim begann eine Therapie und sortierte sein Leben. Er fand einen Partner, schrieb ein Buch über seine Erfahrungen und entschloss sich, Priester zu werden - und zwar in der Episkopalkirche, die - anders als die katholische Kirche - Homosexuelle nicht verdammt. Außerdem arbeitet der Ex-Politiker mit weiblichen Häftlingen. "Traumverkäufer" nennen ihn die Inhaftierten fast zärtlich, weil er ihnen Halt gibt und ein besseres Leben in Aussicht stellt. Auch nach ihrer Entlassung ist Jim für die Frauen da, unterstützt sie persönlich bei der Wohnungs- und Jobsuche und führt offene Gespräche mit ihnen und ihren zunächst oft distanzierten Familienmitgliedern. Er lässt ehemalige Drogenabhängige auch nicht im Stich, wenn sie rückfällig werden, sondern sucht weiter den Kontakt. Der Priesteranwärter lässt die Entlassenen ganz selbstverständlich auch an seinem Leben teilnehmen, zeigt ihnen Zuneigung und Respekt. Denn "jeder", ist sich Jim sicher, "verdient eine zweite Chance".

"Fall to Grace", so der Originaltitel der Dokumentation, ist ein Wortspiel mit dem biblischen Begriff "Sündenfall" ("fall from grace"). Er bedeutet in etwa "sich der Gnade überlassen" oder, etwas freier übertragen, "eine zweite Chance erhalten". Jim McGreeveys Outing machte ihm erst möglich, das Leben zu führen, das er immer führen wollte - er erhielt eine zweite Chance und verhilft heute Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, zu ihrer zweiten Chance, der Rückkehr in die Gemeinschaft.

Alexandra Pelosi, Tochter der Ex- Sprecherin des Repräsentantenhauses der USA, Nancy Pelosi, hat sich einen Namen als Dokumentarfilmerin gemacht. Sie übernahm für "A Gay American - Die Geschichte des Jim McGreevey" die Kamera, die Regie und die Produktion. 2003 präsentierte Pelosi die Doku auf Robert Redfords renommiertem Sundance Film Festival. " A Gay American" ist ihre achte HBO-Dokumentation. Die ehemalige NBC-News-Produzentin kann sich bisher über vier Emmynominierungen freuen, darunter eine Nominierung für "Journeys with George", in der Pelosi 2003 die Wahlreise des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush dokumentierte.