Interview: Devid Striesow

Der beliebte Schauspieler Devid Striesow ("Tatort") gehört zu den Stars der Serie "8 Tage".

Devid Striesow: "Wir hatten keine Einschränkungen"

Im Interview erzählt Devid Striesow, was das Besondere an seiner Rolle in "8 Tage" ist und was er tun würde, wenn die Welt untergeht.

Sky: In "8 Tage" spielen Sie Klaus Frankenberg, einen unsympathischen Zeitgenossen, der einen Bunker besitzt und die Macht, die er dadurch bekommt, skrupellos ausnutzt. Was hat Ihnen an der Rolle gefallen?

Devid Striesow: Klaus Frankenberg ist ein Arsch - das ist nicht schwer rauszufinden, da bin ich uneitel. Die Rolle hat mir deshalb viel Spaß gemacht, weil wir uns bei der Produktion nicht an öffentlich-rechtliche Konventionen halten mussten. Michael Krummenacher, einer der beiden Regisseure, sagte zu mir: 'Mach mit der Figur erst mal alles, was du möchtest, wenn es zu viel ist, sage ich es dir'. Es gab also keine Einschränkungen im Vorfeld und das ist für jemanden wie mich, der alles ausprobieren will, natürlich toll.

Und so sind auch einige extreme Bilder entstanden.

Stimmt, es gibt zum Beispiel eine blutige Szene mit einer Motorsäge, wie ich sie bisher höchstens auf der Bühne gespielt habe. Die technischen Voraussetzungen stellten alle am Set vor eine Herausforderung.

Wie sind Sie zu der Rolle gekommen?

Ich hatte mir eine längere Auszeit genommen, um nach der Geburt meines jüngsten Sohnes für ihn da zu sein – was sich auch ausgezahlt hat. Dann klingelte das Telefon und ich bekam das Angebot … (In diesem Moment klingelt tatsächlich das Handy. Es ist Thorsten Lensing, Regisseur des Theaterstücks "Unendlicher Spaß", bei dem Striesow mitspielt.) … die Konstellation mit Regisseur Stefan Ruzowitzky, mit dem ich schon in "Die Fälscher" zusammen gearbeitet hatte, und das Szenario – das war verlockend für mich.

Noch acht Tage bis zum Einschlag eines Asteroiden - was würden Sie tun?

Das ist schwer zu beantworten. Je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr holt man es an sich ran. Ich habe dabei kein gutes Gefühl und möchte mir so ein Szenario nicht gerne vorstellen. Vermutlich würde ich aber die letzten Tage zuhause mit meinen Lieben verbringen.

Eine in Deutschland spielende Weltuntergangs-Serie gab es so noch nicht im TV. Glauben Sie, dass sich zum Beispiel die "Tatort"-Fans für "8 Tage" begeistern können?

Ich kann leider nicht einschätzen, worauf sich die Zuschauer einlassen wollen. Mir selbst gefällt diese Art des seriellen Erzählens sehr und es wäre natürlich toll, wenn wir die "Tatort"-Zuschauer gewinnen könnten.

Sie spielen immer sehr unterschiedliche und originelle Figuren – welche Rolle würde Sie zukünftig reizen?

Ganz klar: so eine Figur wie der Nicholas Ofczarek in „Der Pass“ spielt. Ich habe mir die Serie auf Sky angeschaut und sie ist Bombe. Dieser Kommissar, der zerrissen ist zwischen den eigenen Möglichkeiten, der Prägung und dem was von ihm im Beruf abverlangt wird - Joachim Król hat das im Frankfurter "Tatort" auch so wahnsinnig gut gemacht - das wäre eine Herausforderung.

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