Gegen den Rest der Welt
Er ist das Gegenstück zum legendären Ryder Cup, dem Kontinentalvergleich zwischen Europa und den USA. Beim Presidents Cup treten die zwölf besten US-amerikanschen Golfer gegen den Rest der Welt – außer Europa – an. Sky überträgt das Duell aus dem Royal Melbourne Golf Club exklusiv live. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 3:00 Uhr geht’s los. Kommentar: Carlo Knauss & Irek Myskow.
Greg Norman, die australische Golf-Legende, führt das internationale Team als Kapitän in das Duell mit den USA. Zwölf Top-Spieler aus vier verschiedenen Ländern hat er um sich geschart, um die Amerikaner erstmals seit 1998 wieder zu bezwingen. Damals, ebenfalls im Royal Melbourne Golf Club, gehörte „The Great White Shark“ noch selbst zum Team von Peter Thomson, das den Gegner mit 20,5 zu 11,5 regelrecht überrannte. Norman steuerte damals 3,5 Punkte zum Sieg bei.
Das internationale Team ist Favorit
In diesem Jahr stehen die Chancen gut, dass der zweite Erfolg gegen die USA gelingt. Das internationale Team geht zumindest leicht favorisiert ins Rennen. Dafür gibt es einige Gründe: Mit Charl Schwartzel stellt es den einzigen Major-Sieger des Jahres. Der Südafrikaner gewann im April das Masters. Die aktuelle Form spricht ebenfalls für den „Rest der Welt“. Bei der Generalprobe für den Presidents Cup, den Emirates Australian Open in Sydney, landeten vier Teammitglieder unter den Top-10, während die Amerikaner nur zwei Top-Platzierungen vorweisen konnten, aber fünf Spieler jenseits von Platz 25 landeten.
Und zu guter Letzt ist da noch der Heimvorteil. „Ich denke, die Umstände werden exakt so sein wie in 1998“, hofft Greg Norman, „es wird sehr, sehr enthusiastisch.“ Der 56-Jährige setzt ganz bewusst auf diese Karte. Zusätzlich zu den drei Australiern, die sich direkt für das Team qualifiziert hatten, berief er zwei weitere „Aussies“ in sein Team. So will er sich die volle Unterstützung des Publikums sichern. „Für mich ist es keine Frage, dass du als Spieler davon profitierst“, sagt Norman, „ganz egal in welchem Sport. Wenn du auf den Platz kommst und du hörst, wie alle deinen Namen brüllen und dich anfeuern, das hilft dir ungemein.“ Neben den fünf Australiern werden aber auch die jeweils drei Südkoreaner und Südafrikaner sowie Ryo Ishikawa, der einzige Japaner, von den australischen Fans angefeuert werden.
Die USA mit Problemen
Außer mit der Stimmung haben die US-Amerikaner noch mit anderen Widrigkeiten zu kämpfen. Ihr Kapitän Fred Couples hat nämlich einige Fragezeichen in seinem Team. Allen voran Tiger Woods. Der ehemalige Weltranglistenerste zeigte sich bei den Emirates Australian Open als Dritter zwar in guter Form, doch mangelt es ihm in den vergangenen Monaten an Spielpraxis und somit an Konstanz. Ähnliches gilt für Steve Stricker, der wegen Bandscheibenproblemen seit sieben Wochen kein Turnier mehr bestritten hat. Hunter Mahan musste überdies von den Emirates Australian Open zurückziehen, da er Schmerzen in der Schulter verspürte. Couples ist trotzdem weit davon entfernt, schon vor dem ersten Abschlag aufzugeben: „Nicht alle Spieler werden ihr bestes Golf zeigen. Aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, Punkte zu sammeln. Und darin waren wir in den vergangenen Jahren immer sehr gut.“