DFB-Pokal: Nachbericht

Pokalschreck Trier wirft St. Pauli raus

Trier schockt Bundesliga-Absteiger St. Pauli. Die Störche von Holstein Kiel blamieren Energie Cottbus. Der HSV kommt mit Mühe gegen einen Fünftligisten weiter. Kaiserlautern, Dortmund und Nürnberg erreichen locker die zweite  Pokalrunde. Paderborn feiert ein Schützenfest. Eintracht und der FSV Frankfurt müssen lange zittern. Augsburg gelingt ein Last-Minute-Sieg. Bochum gewinnt erst im Elfmeterschießen.

Eintracht Trier macht seinem Ruf als Pokalschreck der vergangenen Jahre erneut alle Ehre. Der Regionalligist warf zum Auftakt des Wettbewerbs 2011/12 Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli mit einem 2:1 (1:0)-Sieg aus dem Rennen und zog in die zweite Runde ein.

Ahmet Kulabas (16.) und Martin Hauswald (89.) schossen den enttäuschend aufspielenden Zweitligisten aus dem Wettberwerb. Den entscheidenden Treffer kassierten die Gäste nur eine Minute, nachdem Mahir Saglik (88.) für den Ausgleich gesorgt hatte.

Holstein Kiel blamiert Cottbus

Holstein Kiel aus der Regionaliga Nord hat den Zweitligisten Energie Cottbus in der Auftaktrunde des DFB-Pokals bis auf die Knochen blamiert und ist nach einem hochverdienten 3:0 (3:0)-Erfolg in Runde zwei eingezogen. Fiete Sykora (15.), Rafael Kazior (32.) und Patrick Herrmann (59.) erzielten die Treffer für die "Störche", für die in den vergangenen Jahren im Pokal zumeist schon nach dem ersten Auftritt Endstation war.

Deutscher Meister besiegt „Drittliga-Fluch“

Der deutsche Meister Borussia Dortmund hat den "Drittliga-Fluch" der vergangenen Jahre besiegt und ist souverän in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Sechs Tage vor dem Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV setzten sich die Westfalen mit 3:0 (1:0) beim SV Sandhausen durch. In den vorherigen beiden Spielzeiten war der BVB im Cup-Wettbewerb jeweils früh an Drittligisten gescheitert, letzte Saison war bereits in der zweiten Runde gegen Kickers Offenbach (2:4 n.E.) Endstation. Im Jahr davor schied das Team von Trainer Jürgen Klopp im Achtelfinale gegen den VfL Osnabrück aus (2:3).

Vor 11.300 Zuschauern im ausverkauften Hardtwaldstadion besiegelten die starken Robert Lewandowski (10. und 90.) und Shinji Kagawa (56.) das Weiterkommen des Favoriten, das dem zweimaligen Pokalsieger zusätzliche Einnahmen in Höhe von rund 250.000 Euro sichert.

Last-Minute-Sieg für Augsburg

Bundesliga-Neuling FC Augsburg hat mit viel Glück die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Der Pokal-Halbfinalist von 2010 gewann beim Drittligisten Rot-Weiß Oberhausen nach hartem Kampf 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung. Jonas de Roeck erlöste den FCA mit seinem Tor in der 120. Minute. Christopher Kullmann hatte RWO in Führung gebracht (24.), Augsburgs Paul Verhaegh (31.) ausgeglichen.

Arbeitssieg für den FSV Frankfurt

Der FSV Frankfurt ist mit einem Arbeitssieg bei einem Fünftligisten in die zweite DFB-Pokal-Runde eingezogen. Der Zweitligist musste lange zittern, bis er Kickers Emden am Ende noch deutlich mit 5:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung niedergerungen hatte und die 250.000 Euro Zusatzeinnahmen verbuchen konnte.

Zafer Yelen (37.) verwandelte für Frankfurt einen direkten Freistoß, dies gab dem Favoriten allerdings keine Sicherheit. Kurz vor der Pause gelang Steven Janssen mit einem Foulelfmeter, den Julian Bennert herausgeholt hatte, bereits der Ausgleich. Babacar Gueye (94. und 112.) und Karim Benyamina (111. und 118.) sorgten in der Verlängerung mit ihren Toren für die Entscheidung.

Bochum gewinnt Zweitliga-Duell

Hansa Rostock wartet nach dem Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga weiter auf den ersten Sieg und ist zum dritten Mal nacheinander schon in der Auftaktrunde des DFB-Pokals gescheitert. Das Team von Trainer Peter Vollmann verlor gegen den Ligarivalen VfL Bochum 3:5 im Elfmeterschießen. Nach Verlängerung hatte es 2:2 (2:2, 1:0) gestanden.

Bochum gewann damit auch den ersten Teil des Duells mit Hansa. Beide Teams treffen bereits Montag in einer Woche im Ostseestadion erneut aufeinander. Rostock hatte aus den ersten beiden Liga-Spielen nur einen Punkt geholt.

Gefeierter Bochumer Held war Torwart Andreas Luthe, der im Nervenspiel vom Punkt den Schuss von Michael Wiemann parierte. Alle Bochumer verwandelten.

Tobias Jänicke (36.) hatte Hansa in Führung gebracht. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich der Bochumer durch den eingewechselten Mirkan Aydin (52.) erzielte Pavel Kostal vor 12.700 Zuschauern per Kopf die erneute Führung der Rostocker, an der der schlecht postierte VfL-Kapitän Christoph Dabrowski nicht schuldlos war. Neuzugang Daniel Ginczek, Leihgabe des deutschen Meisters Borussia Dortmund, rettete den VfL dann in die Verlängerung.

HSV müht sich gegen Oberligisten

Der Hamburger SV hat mit einem Kraftakt beim fünftklassigen VfL Oldenburg die zweite DFB-Pokal-Runde erreicht. Der HSV setzte sich beim Oberligisten am Samstag dank eines späten Tores von Mladen Petric (73.) mit 2:1 (1:1) durch, zeigte dabei jedoch noch nicht, dass sein neues Gesicht attraktiver ist als das alte. Der neue Hamburger Sportdirektor Frank Arnesen hatte den dreimaligen Pokalsieger in der Sommerpause ziemlich umgekrempelt.

Heiko Westermann (26.) brachte den HSV in Führung, aber nur acht Minuten lang sah es nach einer standesgemäßen Angelegenheit aus, dann traf Sebastian Ferrulli zum Ausgleich für den Außenseiter. Petric nutzte eine der zahlreichen Chancen in der zweiten Halbzeit zum 2:1.

Bis dahin bot Oldenburg dem großen HSV einen harten Pokalfight, die VfL-Spieler warfen sich leidenschaftlich in jeden Zweikampf, was den Gästen überhaupt nicht schmeckte. Mehmet-Ali Fidan hätte in der 61. Minute sogar das 2:1 erzielen müssen, köpfte aber aus kurzer Distanz wenige Zentimeter am Tor vorbei.

„Roten Teufel“ locker in der zweiten Runde

Der 1. FC Kaiserslautern hat die erste Hürde im DFB-Pokal locker genommen. Die Pfälzer gewannen beim Berliner Oberligisten BFC Dynamo mit 3:0 (2:0) und feierten damit eine gelungene Generalprobe für den Meisterschaftsstart am kommenden Samstag bei Werder Bremen. Vor 10.104 Zuschauern, die im Jahn-Sportpark für eine Dynamo-Rekordkulisse nach der Wende sorgten, schossen Ivo Ilicevic (18.), der neue Kapitän Christian Tiffert (23.) und Thanos Petsos (50.) den Favoriten in die nächste Runde.

Paderborn feiert Schützenfest gegen Ahlen

Zweitligist SC Paderborn hat sich im DFB-Pokal nicht den Hauch einer Blöße gegeben und ist mit einem Schützenfest in die zweite Runde eingezogen. Das Team des neuen Trainers Roger Schmidt gewann das Derby beim Fünftligisten Rot-Weiss Ahlen 10:0 (4:0) und machte nach vier Punkten aus zwei Ligaspielen den guten Saisonstart perfekt.

Enis Alushi (12., 29.), Markus Krösche (23., Foulelfmeter) und Matthew Taylor (30.), in der vergangenen Saison noch bester Torjäger der Ahlener, machten schon in der ersten halben Stunde für Paderborn alles klar. Nick Proschwitz (47., 86.), erneut Taylor (71., 83.), Mehmet Kara (79.) und Alban Meha (84.) machten nach der Pause für den in Bestbesetzung angetretenen Zweitligisten den zweistelligen Erfolg perfekt. Bernhard Venker verpasste den Ehrentreffer für die Gastgeber, als er beim Stande von 0:6 einen Handelfmeter an die Latte schoss.

Gekas bewahrt Frankfurt vor einer Blamage

Theofanis Gekas hat Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt vor einer Blamage bewahrt. Der Grieche besiegelte mit seinen Treffern (85., Foulelfmeter und 90.) den 2:0 (0:0)-Erfolg der Hessen in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Regionalligisten Hallescher FC, der den favorisierten Gästen bis in die Schlussphase ein Duell auf Augenhöhe bot.

Nürnbergs Feulner schießt Bielefeld ab

Mit einem Hattrick hat Markus Feulner den Bundesligisten 1. FC Nürnberg in die zweite Runde des DFB-Pokals geschossen. Der überragende Neuzugang erzielte beim 5:1 (3:1) der Franken beim Drittligisten Arminia Bielefeld drei Traumtore (26./35./39.) und sicherte dem viermaligen Pokalsieger somit quasi im Alleingang das Weiterkommen. Robert Mak (64.) und Tomas Pekhart (71.) machten in der zweiten Hälfte endgültig alles klar.