UEFA Champions League

UCL: Endspielort

Hoamspui

München – von Titelverteidiger FC Barcelona über Real Madrid, den FC Chelsea bis Bayer Leverkusen und natürlich Bayern München haben alle Top-Teams mit Champions-League-Ambitionen die bayerische Landeshauptstadt im Visier. Dort steigt am Samstag, den 19. Mai 2012, um 20:45 Uhr (live auf Sky) das Finale der Königsklasse, der Showdown um Europas Fußballkrone in der Arena des deutschen Rekordmeisters. Für die Bayern wär’s ein Heimspiel, oder besser ein Hoamspui, wie der Münchner sagt.

„Ein wunderbares Stadion“, schwärmt Pep Guardiola, Trainer des amtierenden Champions-League-Siegers FC Barcelona, ebenso von der Münchner Fußball-Arena wie sein Mittelfeldstratege Xavi: „Tolles Stadion“, meint der Dirigent der katalanischen Kombinationsmaschine beeindruckt und träumt: „Es wäre eine wundervolle Bühne, um unseren Titel zu verteidigen.“ Als erste Mannschaft in der Geschichte der UEFA Champions League seit 1992/93 möchte Barça im Endspiel in München am 19. Mai 2012 den Pokal ein zweites Mal in Folge erobern.

Bayern-Träume

Doch diesen Plan will die Konkurrenz natürlich durchkreuzen. Neben den üblichen Rivalen aus Madrid, London und Mailand ist es gerade der FC Bayern, der die Chance eines Heimspiels im Finale beim Schopfe packen will, um nach elf Jahren Pause wieder einmal den Fußballgipfel des Kontinents zu erklimmen. „Bayern spielt in München gegen Real um Europas Krone“ könnte sich Jupp Heynckes (CL-Sieger mit Madrid 1998) dann gut als Schlagzeile vorstellen. „Das wäre mein schönster Bayern-Traum“, gesteht der Trainer des deutschen Rekordmeisters im BILD-Interview. „Aber nur, wenn wir das Champions-League-Finale 2012 dann auch im eigenen Stadion gewinnen würden.“

Ein Stadion, auf das die Münchner stolz sein dürfen. Entworfen wurde es von den berühmten Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron, gebaut gemeinsam mit dem Stadtrivalen 1860 München, die Grundsteinlegung erfolgte am 21. Oktober 2002. Nicht einmal drei Jahre später stieg am 19.5.2005 die Generalprobe für die Eröffnung mit Traditionsteams des FCB und von 1860. Am 30./31.5.2005 fand die offizielle Einweihung mit dem FC Bayern, der deutschen Nationalelf, den „Löwen“ und dem 1. FC Nürnberg statt. Mittlerweile ist der FC Bayern alleiniger Gesellschafter der Allianz Arena. 1860 bleibt bis 2025 Mieter im prächtigen Bau, der es laut einer Forsa-Umfrage für das Politikmagazin „Cicero“ geschafft hat, die beliebteste Sportstätte Deutschlands zu sein, und zu den Top Ten der wichtigsten Nationaldenkmäler zählt (2008).

Atemberaubender Anblick

Insbesondere die Fassade der Arena beeindruckt die Besucher immer wieder aufs Neue. 2.760 rautenförmige Kissen bilden auf 66.500 qm die größte Membranhülle der Welt. Wenn zu Abendspielen der Bayern das gesamte Stadion von außen in Rot erleuchtet ist, liefert es einen faszinierenden Anblick und ein in aller Welt beliebtes Fotomotiv. Der Innenraum besteht aus drei Rängen und besticht durch seine außergewöhnliche Akustik mit Hexenkessel-Garantie, wenn die Stars auf dem Rasen richtig Gas geben.

Während der WM 2006 gingen sechs Partien des Turniers in München-Fröttmaning über den Rasen, u.a. das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Costa Rica (4:2). Die Bayern bestreiten ihre Heimspiele in der Bundesliga, im DFB-Pokal und im Europacup, 1860 in der 2. Liga und im Pokal in der Arena, die in der reinen Sitzplatzvariante 66.000 Zuschauern Platz bietet. Werden Süd- und Nordkurve bei Ligaspielen mit Stehplätzen umgerüstet, beträgt die maximale Kapazität sogar 69.901 Fans. Bei den Auftritten des FC Bayern liegt die Zuschauerauslastung seit dem ersten Anstoß bei nahezu 100 Prozent.

Zum vierten Mal München

Für die neue Münchner Arena ist das Finale 2012 das erste Endspiel im wertvollsten europäischen Vereinsbewerb, die Stadt München war zuvor schon dreimal Gastgeber für dieses Highlight. Erstmals 1979, als Trevor Francis' Treffer Nottingham Forest den Sieg im Landesmeister-Cup gegen Malmö FF bescherte. 14 Jahre später gewann Olympique Marseille mit Rudi Völler im ersten Finale des neuen Formats UEFA Champions League ebenfalls 1:0 gegen den AC Mailand. 1997 waren es zwei Tore von Karl-Heinz Riedle und eines von Lars Ricken, die Borussia Dortmund per 3:1 gegen Juventus Turin auf Europas Fußballthron hievten.