Der VfL Bochum trennte sich am Mittwochvormittag offiziell von Trainer Friedhelm Funkel. Schon am Samstag soll sein Nachfolger die Zweitliga-Mannschaft im Heimspiel gegen Paderborn betreuen.
Zudem wurde auch Co-Trainer Christoph John freigestellt, wie der Verein am Mittwochvormittag bekannt gab. Der 57-jährige Funkel war seit dem 1. Juli 2010 bei den Westfalen tätig. Nur vier Punkte holte Bochum unter Funkel aus den ersten sieben Spielen der Saison, die Abstiegsangst ist allgegenwärtig. Am Montag hatte der VfL das Kellerduell bei Aufsteiger Dynamo Dresden mit 1:2 verloren. Nach einer kurzfristig einberufenen Krisensitzung bestätigte VfL-Sportdirektor Jens Todt die Entlassung von Funkel und kündigte an, dass am Samstag bereits der Nachfolger auf der Bank sitzen werde. "Der Schritt ist uns nicht leicht gefallen, zumal das Verhältnis zwischen Cheftrainer und Mannschaft intakt ist. Durch Veränderungen im Trainerteam wollen wir jedoch neue Impulse setzen. Das Team verfügt über viel Qualität, kann sie derzeit aber nicht im vollen Umfang abrufen", begründete Todt in einer Presseerklärung des Vereins.
Funkels Entlassung war bereits die zweite der Saison, nachdem sich Alemannia Aachen am Dienstag von Trainer Peter Hyballa getrennt hatte. Offenbar traute der Klub dem erfahrenen 57-jährigen Funkel nicht mehr zu, die Wende einzuleiten. In der vergangenen Saison waren die Bochumer ebenfalls schwach gestartet, hatten sich am Ende der Saison aber den dritten Platz und die Teilnahme an den Relegationsspielen gegen Borussia Mönchengladbach erkämpft. Am Ende behielt aber der Bundesligist die Oberhand, Funkel blieb mit seiner Mannschaft in Liga zwei. Nach der Niederlagenserie und dem Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz mit vier Punkten sei die Mannschaft derzeit allerdings stark verunsichert, betonte Todt.
"Wir wollen keine Übergangslösung, sondern jemand, der mit perspektivischer Arbeit die prekäre Lage in den Griff kriegt", sagte der Europameister von 1996. Wenn es geht, soll der neue Mann am Sonntag (13.30 Uhr live bei Sky) im richtungweisenden Spiel gegen den SC Paderborn schon auf der VfL-Bank sitzen. Die Suche ist in vollem Gange. Als mögliche Nachfolger werden bei den einstmals "Unabsteigbaren" an der Gerüchtebörse Ex-VfL-Trainer Peter Neururer, Thomas von Heesen, Christian Wück und sogar Hyballa gehandelt.