Boy-Group vs. „Robbery“
Die Vorzeichen vor dem Duell gegen den FC Bayern München könnten für Mainz 05 kaum schlechter sein. Während die Rheinhessen selbst mitten in der Krise stecken, hat sich der Rekordmeister, so scheint es, aus seinem Tief endgültig befreit und kommt richtig in Fahrt. Trotzdem werden die Mainzer alles versuchen, die Bayern so wie im Hinspiel zu ärgern und wieder an ihnen vorbeizuziehen. Sky überträgt das Top-Spiel der Woche am Samstag live und in HD. Sky Moderator Sebastian Hellmann erwartet Sie gemeinsam mit Sky Experte Jens Lehmann um 18:15 Uhr im Stadion am Bruchweg. Marcel Reif kommentiert die Begegnung.
Was war das für eine Freude vor fünf Monaten. Mit der makellosen Bilanz von fünf Siegen aus den ersten fünf Saisonspielen reiste Mainz 05 zum Rekordmeister nach München. Und die Bayern-Fans trauten ihren Augen nicht, so selbstbewusst trat der Außenseiter in der Allianz-Arena auf. Die Mainzer Boy-Group spielte groß auf. Zunächst während der 90 Bundesligaminuten und nach dem Schlusspfiff vor den 7000 begeisterten Mainzer Fans, mit denen Lewis Holtby, André Schürrle und Co den 2:1-Sieg ausgelassen feierten.
Keine Panik in Mainz
Fünf Monate später muss man sich diese Szenen in Erinnerung rufen, denn von der damaligen Begeisterung ist im kalten Winter nicht mehr viel übrig geblieben. Statt 15 Zählern wie zu Saisonbeginn holten die Mainzer gegen die gleichen fünf Gegner in der Rückrunde nur noch vier Pünktchen. Das ist die viertschlechteste Bilanz in 2011 und sorgte dafür, dass es für die Mainzer in der Tabelle von Platz zwei auf Rang fünf hinunter ging.
Vor allem Manager Christian Heidel bemüht sich angesichts der unbefriedigenden Ergebnisse, dass rund um den Bruchweg keine Panik aufkommt. „Was ist denn passiert? Hier müssen einige mal wieder auf den Boden kommen“, echauffierte er sich via Bild-Zeitung, „wir sind Mainz 05, man darf uns nicht immer an den sieben Siegen zum Start messen.“ Bis auf die zweite Hälfte in Köln zuletzt hätte die Mannschaft ihr spielerisches Niveau gehalten, führt Heidel weiter aus. „Das einzige, was uns im Moment fehlt, ist die Effizienz.“ Ohne die wird es gegen die Bayern allerdings kaum zu einer Überraschung reichen.
„Robbery“ ist zurück
Denn die Münchner haben beim jüngsten 4:0 gegen Hoffenheim dank der Rückkehr von Franck Ribéry und Arjen Robben wieder zu ihrer spielerischen Linie gefunden. „Mit Robben und Ribéry haben wir mehr Kreativität und Druck nach vorne. Sie sind unglaublich wichtig für den FC Bayern“, lobte ihr Trainer Louis van Gaal seine gefürchtete französisch-niederländische Flügelzange. Was es für die Münchner bedeutet, ohne „Robbery“ zu spielen, veranschaulichte der Niederländer mit einem treffenden Vergleich: „Wenn wir Messi und Xavi in Barcelona wegnehmen, ist das auch anders. Und dasselbe ist es mit Ronaldo und Özil bei Real Madrid.“
Umso wichtiger ist es für die Bayern, dass Robben und Ribéry rechtzeitig vor einer ganz entscheidenden Phase der Saison wieder an Bord sind. In der Liga, der Champions League und im DFB-Pokal stehen in den nächsten Wochen richtungweisende Partien an. Das vorrangige Ziel in der Bundesliga heißt laut Sportdirektor Christian Nerlinger, „so schnell wie möglich Platz zwei zu erreichen“. Dabei sind Robben und Ribéry eine große Hilfe, wie Stürmer Mario Gomez erklärt: „Es ist sehr schwierig für den Gegner, 90 Minuten gegen sie standzuhalten.“ Das weiß natürlich auch Thomas Tuchel. „Die Bayern mit Robben und Ribéry sind immer komplizierter zu spielen als die Bayern ohne Robben und Ribéry.“ Am Mainzer Trainer liegt es, seiner Mannschaft den richtigen Match-Plan mitzugeben, um die Münchner Stars zu stoppen.