Formel 1
06.02.2012 15:10 Uhr
(sid) - "Darauf hat man den ganzen Winter gewartet", sagte Vettel nach der Vorstellung des neuen RB8: "Es ist schön, rauszufahren und zu spüren, man hat wieder ordentlich Dampf unter der Haube." Vettel schickte gleich auch einen spitzbübischen Gruß an Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, der eine erneute Red-Bull-Dominanz befürchtete: "Ich hoffe, dass seine Befürchtungen eintreten."
Das Auto trägt keinen so extremen Nasenhöcker wie bei Ferrari, aber einen deutlicheren als bei McLaren. Insgesamt ist es angelehnt an den Wagen, der Vettel im Vorjahr zum zweiten Titel trug. "Ein paar Dinge haben sich geändert. Aber es ist nicht so, als sei das ganze Auto neu. Es ist nicht so, als müsste man die Gebrauchsanweisung 1:1 durchlesen, die meisten Dinge sind klar und selbsterklärend", sagte der Heppenheimer. Auch in dem überragenden Jahr 2011 hätten sich "die Schwächen rauskristallisiert, die man dann hat versucht hoffentlich zu verbessern".
Einen Namen hat Vettel noch nicht für sein neues Auto gefunden. "Wir sind aber auf der Suche", sagte er: "Jegliche Bewerbungen sind willkommen. Letztes Jahr haben wir erst am Mittwoch vor dem ersten Rennen den Namen festgelegt. Ich glaube, dieses Jahr sollten wir etwas früher sein." In den vergangenen beiden Jahren hatten ihn "Luscious Liz" ("Leckere Liz") und "Kinky Kylie" ("Scharfe Kylie" zum Titel getragen.
Vettel wird am Donnerstag erstmals ins Auto steigen. Das Privileg der Jungfernfahrt mit dem neuen RB8 wird bei den ersten offiziellen Tests in Jerez am Dienstag Teamkollege Mark Webber genießen. McLaren mit den beiden Ex-Weltmeistern Jenson Button und Lewis Hamilton hatte am 1. Februar sein neues Auto präsentiert, Ferrari zog am Freitag nach. Die Formel-1-Saison beginnt am 18. März mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne.
Mit bewährtem Personal und einem "revolutionären Auto" will das Schweizer Sauber-Team in seinem 20. Jahr in der Formel 1 die Top 4 angreifen. Ziel für 2012 sei es, "dass wir uns in der WM deutlich verbessern", sagte Teamchef Peter Sauber bei der Präsentation des neuen C31-Ferrari am Montag in Jerez de la Frontera. Im Vorjahr hatte Sauber, das auch im neuen Jahr mit dem Japaner Kamui Kobayashi und dem Mexikaner Sergio Pérez an den Start gehen wird, Platz fünf der Teamwertung belegt. Auch der Ersatzfahrer ist in Pérez Landsmann Esteban Gutiérrez derselbe wie 2011.
"Der Sauber C31-Ferrari verfügt über zahlreiche und vielversprechende Neuerungen, in anderen Bereichen ist er eine konsequente Weiterentwicklung seines Vorgängers", sagte Peter Sauber. "Der Sauber C31-Ferrari ist in jenen Bereichen revolutionär, wo wir frische Ideen einbringen konnten, was insbesondere den Heckbereich des Fahrzeugs betrifft", erklärte Chefdesigner Matt Morris: "Evolutionär ist das Auto dort, wo wir wussten, dass wir auf den bestehenden Lösungen aufbauen konnten. Es galt, die Schwächen, die wir beim Vorgänger identifiziert hatten, auszumerzen und gleichzeitig dessen Stärken beizubehalten."
Bei den ersten Tests in Jerez will das Sauber-Team nach Angaben von Morris mit einer "vergleichsweise einfachen Version" des neuen Autos antreten. "In den kommenden Wochen werden wir zahlreiche Entwicklungskomponenten erproben und dann vor dem ersten Rennen am 18. März in Australien ein umfangreiches Update lancieren", sagte Morris: "Deshalb wird das Auto in Melbourne bereits erheblich anders aussehen als die Roll-out-Version."
Am Freitag hatte der Technische Direktor James Key überraschend seinen Ausstieg erklärt. Er wird mit Lotus in Verbindung gebracht.