Vor jeder Reise verabschiedet sich Diego mit dem Spruch: "Sag's nicht meiner Mutter!" von seinen Kollegen, das gab der Dokuserie ihren Namen. Für die alte Dame wäre es zu aufregend, zu erfahren, dass sich ihr Sohn wieder einmal in ein gefährliches Land begibt. Diego seinerseits hat im Umgang mit seinem hohen Berufsrisiko eine lakonische Einstellung entwickelt. Ihn stört nur, dass sich die Nachrichten aus den Krisenregionen immer gleichen: Raketenabschüsse, weinende Kinder, zerstörte Gebäude oder wehklagende Mütter. Geschichten und Bilder wie diese werden erwartet - und lassen sich gut verkaufen.
Doch jedes Land hat mehr zu bieten als Bild gewordene Klischees. Aus dieser Überlegung heraus entwickelte der Reporter die Idee, die besuchten Länder von einer anderen Seite zu betrachten. Das Ergebnis sind spannende Porträts fremder Länder und Kulturen, die mehr zum Verständnis dieser Regionen beitragen als die üblichen Nachrichtensendungen.
Der Franzose Diego Buñuel ist der Enkel des legendären Filmemachers Luis Buñuel ("Ein andalusischer Hund", "Der diskrete Charme der Bourgeoisie"). Er bereist seit Jahren die unruhigsten Regionen der Welt, um ein anderes Bild von Krisenregionen zu vermitteln. Spiegel online beschreibt die Tätigkeit des Auslandskorrespondenten: "In Pakistan etwa sieht man ihn mit muslimischen Frauen, die Sadomaso-Artikel für den Export herstellen, mit einem Transvestiten, der gleichzeitig TV-Star ist, sowie in einem Beauty-Salon, in dem Frauen arbeiten, deren Gesichter von männlichen Familienangehörigen entstellt wurden - durch Säureattacken. 'Den Nachnamen Buñuel empfinde ich nicht als Last', sagt der Dokumentarfilmer, 'er ist eine Art Energie, etwas, was mich nach oben schiebt.' Vom berühmten Großvater, verrät Buñuel, der sechs Jahre lang Kriegsberichterstatter war, 'habe ich meine Obsession für Insekten und Waffen geerbt' - auch wenn er selbst 'nie geschossen' habe."