Der Dokumentarfilm: Sommer 1990 - Auf dem Weg zur Einheit

Mi 15.02.12  06:10 - 06:45 Uhr, Spiegel Geschichte

Am 12. September vor 20 Jahren gewährten die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs mit der Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrags Deutschland die volle Souveränität. In der Nacht zum 3. Oktober feierten die Menschen den ersten Tag der deutschen Einheit. Sechs Dokumentarfilme, die während der letzten Monate der DDR entstanden sind, reflektieren die damalige Stimmung der Ostdeutschen. Den Auftakt macht die Dokumentation "Verriegelte Zeit" von Sibylle Schönemann (l.).

Info

Wegen eines Ausreiseantrags wurde die Regisseurin Sibylle Schönemann 1984 von der Stasi inhaftiert. Ein Jahr später kaufte die Bundesrepublik sie frei. Nach dem Fall der Mauer kehrte sie mit ihrer Kamera in die alte Heimat zurück, auf der Suche nach den Orten und Menschen ihrer Vergangenheit.

Die Filmemacherin erinnert sich: "Als ich das erste Mal in einer meiner damaligen Zellen saß und den alten Gefühlen lauschte, Menschen traf, die mich gequält hatten, die aber nur ein ausführendes Rädchen im Getriebe des Unrechts gewesen sein sollten, war ich entschlossen, die Wurzeln zu suchen und die Menschen zu finden, die Entscheidungen gegen mich getroffen hatten."

Von dieser Suche handelt ihr Dokumentarfilm "Verriegelte Zeit". Obwohl die Täter keine Reue zeigen, erliegt Schönemann nie der Versuchung, sie zu denunzieren.

Weitere Dokumentarfilme berichten von der Stimmung im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg vor der Währungsunion, von der Bespitzelung durch die Stasi und dem Bau der letzten Trabis.

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