DFB-Pokal
09.02.2012 18:00 Uhr

"Trotz aller Kritik an der Schiedsrichterentscheidung darf nicht vergessen werden, dass hier ein Spieler durch seine Theatralik den Fairplay-Gedanken mit Füßen getreten hat. Das ist die Ursache", erklärte am Donnerstag Herbert Fandel, Vorsitzender der Schiedsrichterkommission beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zur umstrittenen Szene.
Nach einem Foul an Roman Hubnik im Berliner Strafraum war der Hertha-Verteidiger wütend auf Igor de Camargo zugelaufen, bis die Köpfe der Zankhähne nur noch Zentimeter voneinander entfernt waren.
Als de Camargo dann seinen Kopf senkte, berührte seine Stirn die Nase Hubniks. Grund genug für den Gladbacher, sich theatralisch fallen zu lassen.
Mit Rot für Hubnik und Elfmeter für die Gäste bewertete Brych die Situation völlig falsch. Der Schiedsrichter hatte mit seiner Fehlentscheidung wesentlich das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach (0:2) beeinflusst.
Das in dieser Situation richtig zu bewerten, sei allerdings "für den Schiedsrichter ein großes Problem, das nur mit einem gesunden Fairplay-Verständnis der Spieler angemessen zu lösen ist", meinte Lutz Michael Fröhlich, DFB-Abteilungsleiter Schiedsrichter.
Hubnik wurde am Donnerstag für ein Pokal-Spiel gesperrt. Damit folgte der Verband der Vorgabe des Weltfußballverbands FIFA, einen Platzverweis mit mindestens einem Spiel Sperre zu ahnden.
Das theatralische Fallen von Gladbachs Angreifer Igor de Camargo bleibt indes ungeahndet, da laut DFB "der Schiedsrichter auf dem Spielfeld eine Tatsachenentscheidung" getroffen habe.
Derweil ist Abwehrspieler Marvin Compper von 1899 Hoffenheim für seine Tätlichkeit im Spiel gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth (0:1) für drei Pokalspiele gesperrt worden.
Compper hatte sich in der 36. Minute nach einem Schubser gegen Christopher Nöthe nicht im Griff und leistete sich während der anschließenden Rudelbildung einen Wischer ins Gesicht von Stephan Fürstner. Der Spieler und der Verein haben dem Urteil bereits zugestimmt.